Lesen Sie den folgenden Text. Welche Lösung (a, b, c oder d) ist jeweils richtig? Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben 25-46 auf dem Antwortbogen. Lücke (0) ist ein Beispiel.
KOOPERIEREN, UM ZU KONKURIEREN
Wettbewerb ist die Grundvoraussetzung für die Evolution. Die zum Überleben notwendigen 25 sind knapp, weshalb die Anzahl der Lebewesen nicht 26 zunehmen kann. Ein Beispiel: Wenn es 27 Nahrung gibt, vermehren sich die Individuen solange, bis die lebenserhaltende Nahrung zur 28 geht. In der Folge entsteht Konkurrenz. Richtig? Zumindest 29 auf den ersten Blick.
Tatsächlich scheint das Prinzip Konkurrenz allgegenwärtig. „Das Wetteifern um Nahrung ist nur eine Form vom Konkurrieren“, sagt Julia Ostner, Verhaltensbiologin am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie in Göttingen. „Im 30 kann auch um Paarungspartner konkurriert werden oder um einen sicheren Schlafplatz. In dem Moment, wo wir evolutionär denken, müssen wir an Konkurrenz denken.“
Dennoch treibt die Evolution laut dem Biologen Martin Nowak nicht nur Konkurrenz und Egoismus. „Als ebenso wichtig im Kampf um das Dasein erweist sich 31 Kooperation der Individuen“, so Nowak 2012 in der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“. Konkurrenz allein funktioniert nicht. Nicht weil einer im ständigen Konkurrenzkampf 32 gewinnt er.
Durch die gemeinsame Sprache und immer effektivere Kommunikationsmittel 33 Kooperation unter Menschen einen höheren Grad erreicht als unter Tieren, sagt Biologin Ostner. „Der Wille zur Zusammenarbeit kann sich über Sprache 34 schnell verbreiten.“
Bei Menschen hingegen reiche auch ein indirekter 35 und die alleinige Information darüber, dass einer dem anderen geholfen habe. Ein klassisches Beispiel sei das Spenden.
Schon in jungen Jahren unterstützen sich Menschen 36. Konkurrenz und Kooperation bedingen 37. „Menschen kooperieren, um besser zu konkurrieren“, sagt Ostner.
Wenn sich Gruppen von Menschen früher zusammengeschlossen haben, um ein größeres 38 zu bewohnen, dann machten sie das zwar kooperativ, aber auch, um mit anderen Gruppen zu konkurrieren. Kooperation 39 immer auf Eigennutz.
Ostners Sichtweise erweitern soziologische und wirtschaftswissenschaftliche Perspektiven. Und diese 40 durchaus im Widerspruch zur biologischen Herangehensweise.
In der Geschichte der Menschheit 41 solche Konkurrenz zu Krieg und Selbstzerstörung. Konkurrenz, egal in welcher Ausprägung, 42 immer.
In der egoistischen Ausprägung 43 der Mensch selbst Nutzen aus der Konkurrenz. Bei der altruistischen Form handelt es sich um ruinöse Konkurrenz, bei der Gruppen um Ressourcen kämpfen, indem sie anderen 44 zu ihr verwehren.
Derzeit versuchen Menschen mit neuen sozialen Formen wie den sogenannten Commons, eine kooperative Gesellschaft zu fördern. Dazu gehört etwa das Teilen von Gemeingütern. Diese Art der Kooperation dürfte den Wohlstand aller mehren. In Gesellschaften, denen die Balance zwischen Kooperation und Wettbewerb 45 ist, ist das Wohlergehen ihrer Bevölkerung am höchsten. Bleibe die Frage, ob wir diese Balance wollen, und ob sie wirklich 46.