Lesen Sie den folgenden Text. Welche Lösung (a, b, c oder d) ist jeweils richtig? Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben 25-46 auf dem Antwortbogen.
WENN WÖRTER VERSCHWINDEN
Was ist das für ein hanebüchener Kokolores, treibt da ein Schlingel Schabernack? – So redet heute wohl niemand mehr. Manch einer mag über die alten Wörter abfällig den Kopf 25, bei manch einem wecken sie nostalgische Gefühle, und manch ein jüngerer Mensch hat diese 26 noch nie gehört. Im Laufe der Jahre verschwinden immer wieder Wörter aus dem aktiven 27. »Der Grund dafür ist eigentlich ganz 28«, sagt Claudia Wich-Reif, Professorin für Geschichte der deutschen Sprache an der Universität Bonn: »Wir brauchen diese Wörter nicht mehr.«
Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen. Häufig werden Begriffe durch modernere – oft aus dem Englischen 29 – Bezeichnungen ersetzt, zum Beispiel »High Heels« statt »Stöckelschuh«. 30 Wörter werden abgelöst, weil sie heute etwa als 31 gelten. Manchmal verschwinden Wörter auch, weil es die Sache, die sie bezeichnen, 32 noch gibt – etwa »Walkman«.
Es seien 33 nur sehr alte Wörter vom Aussterben bedroht, sondern durchaus auch relativ junge Begriffe, die schlichtweg vom Fortschritt 34 würden, sagt Wich-Reif. »Durch das 35 von Wörtern verarmt die Sprache aber nicht«, 36 die Sprachwissenschaftlerin. »Wir bekommen ja auch ständig neue Wörter dazu.« Viele davon kämen aus der 37.
Katharina Mahrenholtz hat 100 »vergessene Wörter« in einem 38 Duden-Verlag erschienenen Buch zusammengestellt und ihre Herkunft 39. »Kaum jemand kennt zum Beispiel die ursprüngliche Bedeutung von ›hanebüchen‹.«
»Kokolores« entstand laut Mahrenholtz wahrscheinlich im 16. Jahrhundert als 40 eines Hahnenschreis, so wie »Kikeriki«. »Kokolores« ist als 41 für »Unsinn« oder »Quatsch« inzwischen eher ungebräuchlich, ähnlich wie »Firlefanz«, »Mumpitz« oder auch »Schabernack«.
»Ich mag diese Wörter. Sie 42 schon vom Klang her eine gewisse Lustigkeit«, meint Mahrenholtz. Deshalb verwenden sie sie auch manchmal noch – genauso wie einige andere, die sie 43 persönlichen Erinnerungen verbinde, »Schlingel« zum Beispiel habe ihre Oma immer gesagt.
Kindheitserinnerungen und Nostalgie 44 häufig Gründe, warum jemand ein inzwischen ungebräuchliches Wort weiterbenutzt – oder weil er bedauere, dass es kaum noch zu hören sei, sagt auch Wich-Reif. Allerdings: Die Wörter sind ja nicht wirklich weg, sondern existieren in alten Texten 45«, sagt die Wissenschaftlerin. »Sprache 46 dem Wandel und ist immer auch ein Kennzeichen für eine bestimmte Zeit.«