⚠️ Inaktivität erkannt. Abmeldung in 30s

C1 HOCHSCHULE — LESEVERSTEHEN TEIL 3

Camping

Lesen Sie den folgenden Text und die Aussagen 13–23. Welche der Aussagen sind richtig (R), falsch (F) oder gar nicht im Text enthalten (-)? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben 13–23 auf dem Antwortbogen.

CAMPING

1
Wilde Natur, Freiheit und ein Hauch Romantik: Mit diesen Verheißungen lockte das Camping von Beginn an abenteuerlustige Urlauber hinaus ins Grüne. Diese verzichten auf die Bequemlichkeiten eines Hotelzimmers und verbringen die Nächte draußen, ob im Schlafsack unter freiem Himmel, im Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil.
2
Als Begründer des modernen Campings gilt der britische Schneider Thomas Hiram Holding (geboren 1844). Das Glück vom einfachen freien Leben in der Natur erfuhr er erstmals 1853 im Alter von neun Jahren, als er mit seinen Eltern durch die amerikanische Prärie zog. Diese Erfahrung prägte ihn für den Rest seines Lebens. Er wurde zum leidenschaftlichen Camper und veröffentlichte 1908 „The Camper's Handbook“.
3
In diesem Werk trug er sein gesammeltes Wissen zusammen und galt fortan als Autorität im Camping. Das Handbuch war mehr als eine Gebrauchsanweisung: Es ging um Freiheit, Natur und ein Leben jenseits bürgerlicher Zwänge. Daneben enthielt es praktische Hinweise zu Zelten, Kleidung und Geräten. Manche Tipps wirken heute überholt, andere sind noch aktuell.
4
Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Camping in Westeuropa eine erste große Popularitätswelle. Viele Menschen in Deutschland entdeckten die Natur, es entstanden zahlreiche Wandervereine. Gekocht wurde im Freien, übernachtet im Zelt oder unter freiem Himmel. Camping war günstig und dennoch erholsam.
5
Als der erste Wohnwagen entwickelt wurde, kam ein wenig Komfort auf. Die Erfindung geht auf Arist Dethleffs zurück, der 1931 den ersten Wohnwagen entwarf; die Jungfernfahrt war 1932. Bereits im selben Jahr wurden Wohnwagen auf Bestellung gebaut. Der Siegeszug der Dethleffs-Wohnwagen begann.
6
Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Entwicklung, doch mit dem Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren nahm sie wieder Fahrt auf. In den 1960er Jahren lief die Produktion von Wohnwagen, Zelten und Zubehör in großem Stil. Auch die Zahl der Campingplätze in Europa stieg stark.
7
In den 1970er Jahren folgte die nächste Perfektionierung: Wohnmobile mit fest eingebautem Mobiliar, Dusche und WC kamen auf den Markt. Diese Fahrzeuge waren wegen des aufwendigen Ausbaus nicht billig. In der Folgezeit wurden sie moderner, und die Campingplätze boten neue Annehmlichkeiten wie warme Duschen und Stromanschlüsse.
8
Dem Campingurlaub lief jedoch bald der Pauschalurlaub den Rang ab. Seit den 1960er Jahren konnten Reisen mit Unterkunft zu erschwinglichen Preisen gebucht werden. Fernere Ziele wurden für breitere Gruppen erreichbar, und Camping wurde zeitweise verdrängt.
9
Zur Zeit der Wende um 1990 kam Camping in Deutschland noch einmal stark in Mode. Mit dem Fall der Mauer wollten viele Reisende Freiheit im Wohnmobil erleben. Danach gingen die Verkäufe von Reisemobilen und Wohnwagen stetig zurück, auch weil Fernreisen günstiger wurden.
10
Heute erschließen viele Campingplätze neue Zielgruppen, etwa mit kleinen Ferienhäusern. Für Familien bietet das Vorteile durch Infrastruktur wie Spielplätze, Gastronomie und Pools. In Wintersportorten wurden Wintercamper als neue Klientel entdeckt, oft mit Shuttle zum Lift. Dazu kommt Ecocamping mit Nachhaltigkeitssiegeln.
11
Nicht zu vergessen ist Glamping – „glamourous camping“. Diese Variante richtet sich an eine wohlhabende Klientel, die Komfort wünscht, aber ökologische Folgen klassischer Luxusreisen stärker reflektiert. Unterkünfte sind hochwertig ausgestattet mit Bad, Küche und bequemen Betten.
12
Auch wenn vieles heute komfortabler ist als zu Holdings Zeiten, bleibt der Kern des Campings derselbe: die Freiheit, dorthin zu fahren, wo man sich wohlfühlt – und jederzeit wieder abreisen zu können.

Ihre Antworten

13:Thomas Hiram Holding hielt seine auf Reisen erworbenen Kenntnisse in einem informativen Sachbuch fest.
14:Holding war der Meinung, dass Camping keine für das weibliche Geschlecht geeignete Beschäftigung sei.
15:Im beginnenden 20. Jahrhundert wurden von Schülern und Studenten zahlreiche Wandervereine gegründet.
16:Schon ein Jahr nach der Erfindung des Wohnwagens fanden sich dafür erste Käufer.
17:Nach 1960 stellten sich zahlreiche Firmen auf die Bedürfnisse der Camper ein.
18:Der hohe Preis der Wohnmobile schreckte anfangs viele Käufer ab.
19:Als günstige Pauschalreisen aufkamen, minderte dies zunächst nicht die Popularität des Campingurlaubs.
20:Nach der Wiedervereinigung gewann Campingurlaub für viele Reisende noch einmal an Attraktivität.
21:Die Umsätze der Wohnwagen-Hersteller stagnieren seit Beginn der 1990er Jahre.
22:Campingplätze entwickeln heutzutage immer öfter Angebote für spezielle Personenkreise.
23:Das sogenannte Glamping ist attraktiv für wohlhabende Reisende, denen Umweltverträglichkeit ein besonderes Anliegen ist.
Welche der Überschriften a, b oder c trifft die Aussage des Textes am besten? Markieren Sie Ihre Lösung für die Aufgabe 24 auf dem Antwortbogen.
24:
← Zurück