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C1 HOCHSCHULE — LESEVERSTEHEN TEIL 3

Spielzeugindustrie

Lesen Sie den folgenden Text und die Aussagen 13–23. Welche der Aussagen sind richtig (R), falsch (F) oder gar nicht im Text enthalten (-)? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben 13–23 auf dem Antwortbogen.

SPIELZEUGINDUSTRIE

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Ende Januar bot die Internationale Spielzeugmesse eine Woche lang fast 80.000 Fachbesuchern aus 122 Ländern die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Handelsbeziehungen aufzubauen und sich über Neuheiten und Trends zu informieren. Knapp 2700 Aussteller nutzen die Chance, neue Kontakte zu knüpfen, bereits bestehende zu vertiefen und ihre Produkte zu präsentieren. Auch Verkaufszahlen wurden an manchen Ständen diskutiert.
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Wie aus den kürzlich publizierten Zahlen der Marktforscher ersichtlich, blieb in diesem Jahr das Weihnachtsgeschäft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Obwohl die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 2,2 Milliarden Euro gestiegen sind, zeigte sich die Branche doch enttäuscht. Schließlich hatte das deutliche Wachstum der ersten drei Quartale auf satte Zugewinne in den zwei Monaten vor Weihnachten hoffen lassen. Denn das Weihnachtsgeschäft macht in der Regel rund 40 Protzent des Jahresumsatzes aus. Diese Hoffnungen wurden jedoch nicht erfüllt: Sowohl im November als auch im Dezember langen die Verkaufszahlen um einige Prozentpunkte unter den Zahlen vom Vorjahr. Das Jahreswachstum blieb dann mit 1,5 Prozent um die Hälfte hinter den Erwartungen zurück. Vergleichbare Ergebnisse zeigten sich auch in den beiden europäischen Ländern, in denen der Spielzeugmarkt noch größer ist als in Deutschland, nämlich in Großbritannien und in Frankreich.
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Experten machen für diese Abschwächung des Marktes unterschiedliche Gründe aus. Zum einen fehlte letztes Jahr der große Verkaufsrenner, den alle kleinen (und größeren) Konsumenten unbedingt haben müssen: Man denke etwa an das virtuelle Küken, das Ende der 90er Jahre in wenigen Monaten zu einem wahren kultobjekt Aufstieg, wenngleich nur für relativ kurze Zeit. Zum anderen kamen im vergangenen Jahr auch kleine überragend populären Kinderfilme in die Kinos, an deren Erfolg die Spielzeugindustrie durch die Vermarktung damit Zusammenhängender Artikel anknüpfen konnte wie z.B. Sticker, T-Shirts, Tassen, Stifte usw. mit Motiven aus dem Film. Die Bedeutung solche Lizenzgeschäfte ist nicht zu unterschätzen: so gelangten in der Vergangenheit mit manchen Filmproduktionen mehrere Tausende Verkaufsartikel auf den Markt, viele davon Spielwaren. Diese Art von Lizenzgeschäften war im vergangenen Jahr rückläufig.
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Nach Aussagen von Marktforschern macht die Spielwarenbranche derzeit rund die Hälfte ihres Jahresumsatzes mit Neuheiten. Diese Tatsache wurde auf der Fachmesse dadurch Rechnung getragen, dass eine eigene Ausstellungshalle den vorherrschenden Trends gewidmet war. Im Vorfeld war eigens eine Gruppe von Experten einberufen worden, um aus dem weltweiten Angebot die wichtigsten Trends der internationalen Spielzeugindustrie herauszufiltern. Sie haben vier große Themenbereiche ausgemacht, in denen ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren die größten Zuwächse zu erwarten sind.
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Der wichtigste Trend geht eindeutig in Richtung Elektronik, die auch klassisches Spielzeug einholt : Brettspiele werden mit elektronischen Komponenten ausgerüstet und beginnen zu sprechen. Durch intelligente Elektronik wird der Verlauf von spielrunden geändert und so für Abwechslung gesorgt. Das Smartphone übernimmt die Rolle des Spielleiters und kann bei Bedarf auch die Spielregeln erklären. Autos aus ganz normalen Bausteinen oder Boote aus Papier entwickeln mit der richtigen ***** am kindertelefon täuschend echte Motorgeräusche, die Modelleisenbahn wird vom Computer ***** gesteuert. Ein Display simuliert sogar den Zustieg von Fahrgästen. Die virtuelle Welt gelangt mit ****Spielzeugen bis in die Kinderzimmer: vom Sprungbrett einer besonderen Plattform aus ****** Spielfiguren aus Kunststoff in ein virtuelles Spiel hineinhüpfen. In dieser Verknüpfung der realen Und der virtuellen Welt eröffnet sich der Spielwarenindustrie eine Fülle neuer Möglichkeiten. Schien vor einigen Jahren der Siegeszug der Spielekonsole unaufhaltsam, wird heute zunehmend auf dem Handy oder dem Tablet gespielt, und die Anbindung an diese Geräte verhilft klassischem Spielzeug wieder zu neuem Aufschwung.
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Ist diese Tendenz zur Elektronik ganz zukunftsorientiert, so ist der zweite Trend, die Retrowelle, nach rückwärts gerichtet. Nostalgisch besinnen sich die Eltern auf die Helden ihrer Jugend zurück und greifen zu neu aufgelegtem Spielzeug aus ihrer Vergangenheit, weil sie ihre eigenen angenehmen Erinnerungen an ihre Kinder weitergeben möchten. Gleichzeitig stehen sie dem Einsatz von Elektronik in Spielzeug aufgeschlossen gegenüber. So feiert vergangenes Design eine Wiedergeburt, wenngleich oft mit neuen Funktionen ausgerüstet.
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Spielen, um zu lernen, so lässt sich ein dritter Trend umschreiben, der besonders bei Eltern gut ankommt. Die kleinen sollen beim Spielen nicht nur Spaß haben, sondern praktische Fähigkeiten entwickeln. Unter den Begriff,, Fit fürs Leben,, fallen Spielsachen, die den Kindern das Handarbeiten, Gärtnern oder Handwerken nahebringen sollen.
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Als vierten wichtigen Trend haben die Experten den Hang zur Miniaturisierung ausgemacht :Auffallend viele Spielwaren werden immer kleiner. Nach Meinung der Fachleute hat diese Tendenz zu Spielwaren im Miniformat ganz praktische Gründe. Einerseits bietet die urbane Umgebung nur eingeschränkt Wohn- und damit auch Spielraum, und wenn es weniger Platz zum Spielen gibt, muss das Spielzeug eben kleiner werden. Noch wichtiger scheint den Experten in diesem Zusammenhang die zunehmende Mobilität der Kinder. Damit wächst auch das Bedürfnis nach Spielzeug, das leicht und unkompliziert zu transportieren ist. So wurde dieses Jahr vermutlich kleinste ferngesteuerte Fluggeräte ausgezeichnet. Die Schwebeplattform ist vier mal vier Zentimeter klein und 11,5 Gramm leicht. Sie lässt sich auch in Innenräumen starten und fliegt bis zu 50 Meter weit bei einer Flugzeit von bis zu sechs Minuten.
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Als besonderen Service bot die Messe den Besuchern die Möglichkeit, an kostenlosen Trendführungen über das Ausstellungsgelände teilzunehmen. Während der geführten Tour eineinhalb Stunden wurde ein guter Überblick über die unterschiedlichen Trends und deren Umsetzung durch verschiedene Anbieter geboten.
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Ob diese Trends aber tatsächlich die Zukunft des Spielzeugs bestimmen werden, lässt sich nur schwer vorhersagen. Experten geben zu bedenken, dass in der Vergangenheit schon so manche hochgejubelte Neuheit in kürzester Zeit wieder sang- und klaglos vom Markt verschwand. Es herrscht zwar Einigkeit darüber, dass der Siegeszug der Technik nicht aufzuhalten ist, aber auch traditionelles Spielzeug wie Puppen, Plüschtiere oder Puzzles erfreut sich ungebrochenen Zuspruchs. Daran wird sich wohl auch in Zukunft nicht viel ändern.
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Bei den ausgestellten Spielwaren interessiert übrigens auch der Aspekt Sicherheit. Die Sicherheitsprüfer der Gewerbeaufsicht gelangten nach der Überprüfung an fast 500 von 2.700 Ausstellungsgeländen zu dem erfreulichen Ergebnis,dass Spielzeug überwiegend sicher ist. Die festgestellten Mängel betrafen vorwiegend fehlende oder unzureichende Gebrauchsinformationen oder Warnhinweise. Die Sicherheitsanforderungen werden in der Regel erfüllt, und damit reagiert die Spielwarenindustrie auch auf Forderungen viele Eltern. In der Tat legen immer mehr Eltern bei Spielzeug Wert auf unbedenkliche Materialien und ungefährliche Formen, die nicht zu Verletzungen führen können. Sicherheit bleibt eine ständige Herausforderung für die Spielwarenbranche.
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In einer Rahmenveranstaltung wurde auch eine andere Herausforderung thematisiert: im letzten Jahr wurde bereits jedes fünfte Spielzeug im Internet gekauft. Obgleich der Spielzeugfachhandel mit einem Anteil von knapp 40 Prozent am Gesamtumsatz nach wie vor führend ist, holt der online-Handel massiv auf und fordert den klassischen Spielwarenhändler heraus. Auf einem im Rahmen der Messe Veranstalten Fachkongress ging es darum, wie der Spielzeugfachhandel auch weiterhin Kunden binden kann, um Geschäftsaufgaben entgegenzuwirken. Dazu wurden mit namhaften Fachleute Fragen wie Preisgestaltung, Produktpräsentation und Verkaufsmethoden diskutiert.

Ihre Antworten

13:Auf der Fachmesse für Spielzeug konnten Spielzeugproduzenten Geschäftskontakte anbahnen.
14:Die Umsätze der Spielzeugbranche erfüllten insgesamt die Erwartungen.
15:Die Abschwächung des Marktes in der Weihnachtszeit ließ die tatsächliche Jahreswachstumsrate unter die erwartete Wachstumsrate fallen.
16:Die Spielzeugindustrie profitierte in anderen Jahren von Erfolgen in der Filmindustrie.
17:Auf der Fachmesse können die Besucher neue Spielwaren testen.
18:Der Trend zu elektronischem Spielzeug spiegelt sich in der ungebrochenen Beliebtheit der Spielekonsolen wider.
19:Viele Eltern möchten elektronisches Spielzeug aus dem Kinderzimmer verbannen.
20:Mit Spielwaren im Kleinformat passt sich die Branche an die geänderten Lebensbedingungen viele Kinder an.
21:Die vier vorgestellten Trends werden nach Expertenmeinung bald wieder verschwinden.
22:Wegen Sicherheitsbedenken hat ein großer Hersteller Spielzeug zurückgerufen.
23:Der Spielzeugfachhandel wurde bei den Verkaufszahlen bereits von Internethändlern übertroffen.
Welche der Überschriften a, b oder c trifft die Aussage des Textes am besten? Markieren Sie Ihre Lösung für die Aufgabe 24 auf dem Antwortbogen.
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