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C1 HOCHSCHULE — LESEVERSTEHEN TEIL 2

WIDER DIE KOMPLIZIERTE WISSENSCHAFTSSPRACHE

Lesen Sie den folgenden Text. In welchem Textabsatz a–e finden Sie die Antworten auf die Fragen 7–12? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Jeder Absatz kann Antworten auf mehrere Fragen enthalten. Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben 7–12 auf dem Antwortbogen.

In welchem Abschnitt ...

7spricht der Autor eine Warnung aus?
8Formuliert der Autor polemisch?
9zieht der Autor einen Schluss ?
10gibt der Autor eine fremde Einschätzung wieder ?
11äußert der Autor einen Wunsch ?
12entkräftet der Autor einen Einwand?

WIDER DIE KOMPLIZIERTE WISSENSCHAFTSSPRACHE

A
Man konnte so beginnen: die folgenden Untersuchung handelt von der interaktiven Desintegration Von Rollendtrukturen und Handlungswissen in minimalen Organisation. Nein, warten sie !Wir fangen noch mal an: die 20 Fußballer hatten keine Chance, ernsthaft zu trainieren. Die Verlockungen örtlichere kneipendzene waren zu groß. Das Feierabendbier schmeckte zu gut. Warum aber schafften es ausgerechnet zwei der Fußballer regelmäßig zum Training? Das war schon besser. So könnte doch ein Roman beginnen. Aber eigentlich ist das der Beginn eines Soziologischen Aufsatz, in dem es um den Zerfall von Organisationen geht. Dieser Aufsatz hat zwei Anfänge, den obigen im sperrigen Jargon des Faches, und den zweite., der eher nach Hollywood klingt, die Brillanz des Aufsatzes liegt darin, dass er die beiden Anfänge zu einem Ende zusammenführt, das man als Leser fast bedauert, weil es auch das Endes eines großen intellektuellen Vergnügens bedeutet.
B
Veröffentlicht hat den Text der amerikanische Soziologie Karl E. Weick. Und er ist deshalb besonders erwähnenswert, weil es keinesfalls eine Selbstverständlichkeit ist, dass Wissenschaftliche Aufsätze den Leser Vergnügen bereiten. Ganz im Gegenteil: dass die Sprache Wissenschaft hässlich, Umständlich oder aufgeblasen sei. Ist beinahe schon ein Gemeinplatz. Für den Studenten eines Faches besteht häufig die ärgerlichste Hürde darin, dessen Ausdrucksweise zu erlernen; in der Abschlussarbeit wird dann geprüft, ob er Dinge, die er zuvor einfacher hätten sagen können, auch genauso abstrakt und verblasen Formulieren kann, wie es Standard seines Faches ist. Handbücher der Betriebswirtschaft tragen oft in einen hochtrabenden Denglish Banalitäten vor, über die der bloß angelernte Einzelhandelskaufmann nur den Kopf schütteln kann. Wissenschaftler bauen mit ihrer komplizierten Sprache Mauer um die eigenen Gedanken, Studenten ahmen ein solche Imponiergehabe gerne nach. Dabei besteht die Gefahr, dass sie sich den Stil verderben, und zwar selbst dann, wenn sie eigentlich ein Talent für das Schreiben habe. Die Vermutung liegt nahe, die wissenschaftssprache sei nur ein albernes Gewand, das man statt der allgemein verständlich Alltagssprache benutzt, um Akademisch glaubwürdig auftraten zu können.
C
Zwar gibt es Disziplin, die besonders anfällig dafür sind, alltägliche Einsichten nur wissenschaftlich umzuformulieren. Manchmal geht es aber womöglich kaum einfacher. Die gedenken, die in vielen wissenschaftlichen Texten stecken, sind so komplex und spezifische, dass es nicht möglich ist, sie in einer simplen Sprache zu erklären. Gerade in den Geistes und Sozialwissenschaften geht es oft um feinste Differenzierung, die präzise ausgedrückt werden müssen. Andererseits ist auch das nur die halbe Wahrheit. In manchen Fällen verbringt der Wissenschaftler hinter seiner nebulösen Sprache bloß Unsicherheit. Mancher Forscher formulierte. Aus Angst undeutlich; sie bleiben unscharf, um nicht angreifbar zu sein, sagt Ludwig Eichinger Präsident des Institutes für deutsche Sprache in Mannheim. Eine elegante Prosa gelte nichts.,, Sie schreiben je schon“ : für viele Wissenschaftler geben es kein schlimmeres Kompliment.,, leider herrscht immer noch das Vorurteil, dass die Komplexität eines Textes mit der tief der Gedanken korrespondiert ,,, klagt Eichinger. Aus diesen Grund geraten gut geschriebene Wissenschaftliche Text gelegentlich in den Ruf, eigentlich eine Mogelpackung zu sein, keine pure Wissenschaft, sondern eher Prosa, die das Anliegen der Wissenschaft wir nebenbei mitbedient.
D
Doch haben solche Kritiker überhaupt Recht? Gerade einer Komplizierten. Vom Nominalstil geprägten Sprache fehlt es doch oft nicht nur an Verständlichkeit,sondern auch Genauigkeit.Die Inhalte solcher Texte bleiben oft schwammig,sind schwer greifbar und entziehen sich gerade dadurch der Auseinandersetzung .Außerdem gibt es genügend Beispiele für eine allgemeinverständliche wissenschaftssprache.Obwohl die Theorien des Psychoanalytikers Sigmund Freud kompliziert sind ,erreichter er mit seinen werken schnell ein Massenpublikum. Seit 1964 wird deswegen ein nach Freud benannter Preis für wissenschaftlicher Prosa verliehen. Freuds Geheimnis :Er kleidete seine Gedanken in plastische Bilder Oder nutzte .Analogien aus der griechischen Mythologie, um sie zu erklären. Der Ödipus -Komplex hat es so sogar bis in die Alltagssprache geschafft.
E
Betrachtet man aber das Gesamtbild, lässt sich nur folgern:wer etwa im Studium nur Solche Perlen lesen möchte, wird es nicht bis zum Abschluss schaffen .Das Erlernen der Wissenschaftssprache kann mann den Studenten nicht ersparen .Doch schön wäre es, wenn die Wissenschaftswelt irgendwann mehr Wert auf eleganten und verständlichen Stil legen würde, Denn wissenschaftliche Texte können nur Wirkung entfalten,wenn sie Beachtung finden und Leser wollen schließlich umworben werden.

Ihre Antworten

7:spricht der Autor eine Warnung aus?
8:Formuliert der Autor polemisch?
9:zieht der Autor einen Schluss ?
10:gibt der Autor eine fremde Einschätzung wieder ?
11:äußert der Autor einen Wunsch ?
12:entkräftet der Autor einen Einwand?
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