Sobald die Menschen begannen, Waren über die Meere in andere Länder zu verschiffen, waren die gefürchteten Piraten nicht mehr weit. 0 In der Antike raubten die Piraten zum Beispiel Getreide, das aus Ägypten nach Rom verschifft wurde. Bei der sogenannten Strandpiraterie wiederum handelt es sich um Plünderungen von gestrandeten Schiffen und Angriffe auf küstennahe Fahrzeuge von Land aus. Ziel der Seeräuber waren vor allem Handelsschiffe, während sie Kriegsschiffe aller Art mieden. Diese waren zum einen größer und besser bewaffnet. 1
Das Symbol der Piraten ist bis heute der Totenkopf mit den gekreuzten Knochen oder Entermessern. Die erste Fahne, auf der ein Totenkopf abgebildet war, stammte vermutlich von dem französischen Piraten Emanuel Wynne um 1700. Nicht immer dienten die Fahnen aber zur sofortigen Abschreckung der Gegner. Ihre Totenkopf-Flagge zeigten viele Piraten erst, wenn sie ein Schiff erfolgreich übernommen hatten. 2 So setzten sie beispielsweise den Union Jack, also die britische Flagge, um britische Schiffe in Sicherheit zu wiegen. Die Fahne sollte auch die Verachtung der anderen Nationalflaggen ausdrücken.
Seeräuber-Legenden wurden weitererzählt und über die Jahrhunderte immer mehr ausgeschmückt. 3 Oder sie wurden als besonders grausam dargestellt und man schuf gruselige Schauergeschichten. Auch unzählige Piraten-Filme, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen, handeln von heldenhaften Seeleuten und dem abenteuerlichen Leben der „Herren der sieben Meere". 4 Auch Matrosen, die sonst keine Arbeit fanden, heuerten auf Piratenschiffen an.
Piraten gibt es auch heute noch. Vor den Küsten einiger afrikanischer und asiatischer Länder überfallen Kriminelle immer wieder fremde Schiffe und verdienen mit dem Verkauf der Beute ihr Geld. 5 Seit der Jahrtausendwende hat Piraterie wieder zugenommen und sich zunehmend zu einem kritischen Faktor in Bezug auf den Welthandel entwickelt. 6 Daher nehmen auch heute noch – in Zeiten der modernen Piraterie – Reeder das Risiko überwiegend in Kauf, wenn auch unter dem Druck des Markts.