Herzlich willkommen am Eisenberg in Korbach, Deutschlands größter Goldlagerstätte. 0 Gänge, Schichten und Mineralien erzählen von Jahrmillionen Erdgeschichte, der kräftezehrenden Arbeit mittelalterlicher Bergleute und wiederkehrenden Versuchen moderner Glücksritter aus aller Welt, um das edle Erz des Waldecker Landes zu bergen. 1 Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus erwähnt angeblich einen goldführenden Fluss, den die hier wohnenden Menschen „Aedra" genannt haben sollen — die heutige Eder. Die Bewohner der Gegend machten sich im Laufe der Jahrhunderte auf die Suche, woher das Gold in der Eder kommt. Sie entdeckten den Eisenberg als Lagerstätte.
2 Später, um 1200, stießen die Goldgräber in die Tiefe vor und durchlöcherten den Eisenberg in den folgenden 400 Jahren wie einen Schweizer Käse. 3 Schließlich rühmte auch der große deutsche Philosoph und Naturforscher Albertus Magnus das Gold vom Eisenberg, zugleich die älteste schriftliche Erwähnung. Zentimeterweise trieben sich die Bergleute in den Fels, um das erzhaltige Gestein zu bergen.
Die Blütezeit lag im 16. Jahrhundert, aber zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) schlief der Bergbau wieder ein. Im 20. Jahrhundert entfachte Carl Theodor Rauschenbusch aus dem Siegerland einen neuen Goldrausch am Eisenberg. 4 Seit 1917 ging Rauschenbusch ans Werk, entdeckte alte Stollen, erschloss bis in die 30er Jahre neue Gruben, doch wurden auch seine Hoffnungen enttäuscht. Von 1974 bis in die 90er Jahre war es dann der Geologe Dr. Jens Kulick, der auf Rauschenbuschs Spuren die Zeugnisse des Goldbergbaus dokumentierte. Kurz vor seinem Tode ließ Kulick den Eisenberg als herausragendes mittelalterliches Industriedenkmal durch das Land Hessen schützen. 5 Mit Hilfe erfahrener Bergleute und Wissenschaftler hat der 2002 gegründete Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg" diese Pläne schon kurze Zeit später, in den Jahren 2003/2004, verwirklichen können.
Die Spuren der Goldgräber auf der Suche nach dem begehrten Edelmetall sind an vielen Stellen auf dem Eisenberg sichtbar. Mit Stollen und Schächten durchlöcherten die Bergmänner den 562 Meter hohen Berg und rangen entlang Gold führender Gesteinsschichten dem Berg das begehrte Edelmetall in mühevoller Kleinarbeit ab. 6 Und auch heute noch steckt über eine Tonne Gold im Eisenberg. Wirtschaftlich lässt sich das edle Metall indes nicht mehr gewinnen. Das Interesse an Gold und die Faszination für das Edelmetall sind aber nach wie vor ungebrochen.