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C1 HOCHSCHULE — LESEVERSTEHEN TEIL 1

Die Sprache der Tiere

Lesen Sie den folgenden Text. Welche der Sätze a–h gehören in die Lücken 1–6? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Zwei Sätze können nicht zugeordnet werden.

Unsere Umwelt ist voll von tierischen Lauten. Morgens kräht der Hahn, abends quaken Frösche im Gartenteich und nachts laufen Wildschweine grunzend durchs Unterholz. Die Forschung hat bestätigt: Tiere produzieren nicht grundlos Laute. Wie wir Menschen nutzen sie sie zur Verständigung. Die tierische Kommunikation dient dabei ganz unterschiedlichen Zwecken: 1 Ihre Laute nutzen Tiere aber auch, um ihre aktuelle Stimmung kundzutun. Je sozialer Tiere leben, desto häufiger und vielfältiger äußern sie sich.

Kommunikation ist lebensnotwendig. Alle Tiere kommunizieren auf die eine oder andere Weise miteinander, sagt Oliver Krüger, Professor für Verhaltensbiologie an der Uni Bielefeld. Laute sind aus dem Reich der Tiere also nicht wegzudenken. Einige Tierarten erweisen sich in Sachen Klangsprache sogar als außergewöhnlich talentiert: Vögel, vor allem die Männchen, sind wahre Gesangsvirtuosen. 2 So geben sich Delfine Namen, Fledermäuse haben einen ausgeklügelten Sprachcode, die Kapuzineräffchen sogar eine Syntax.

Die Wissenschaft ergründet die sprachliche Welt der Tiere Schritt für Schritt. 3 Sicher ist: Eine so ausgefeilte Lautsprache wie beim Menschen wurde bisher bei keiner anderen Art gefunden.

Was die meisten Tiere jedoch mit dem Menschen gemeinsam haben, ist Folgendes: Auch sie können nicht von Geburt an sprechen. 4 Diese richtig einzusetzen, müssen sie erst noch lernen. Erst mit der Zeit sind sie dazu in der Lage, Laute bestimmten Situationen zuzuordnen.

Doch nicht alle Tierarten verwenden akustische Signale für die Kommunikation. 5 Wölfe stellen beispielsweise das Fell auf, um eindrucksvoller auszusehen und Artgenossen zu imponieren. Wenn sie dagegen Unterwürfigkeit demonstrieren möchten, machen sie sich klein und ziehen den Schwanz ein. Eidechsen hingegen verständigen sich miteinander, indem sie mehr als 6000 verschiedene Körperhaltungen einnehmen.

Die Tierwelt kennt jedoch noch weitere raffinierte Möglichkeiten der Kommunikation: Elefanten etwa senden tiefe Infraschall-Laute aus. Als Infraschall bezeichnet man Töne, die unterhalb des Hörbereichs des menschlichen Ohres liegen. 6 Zur Kommunikation nutzen sie sie, um sich über mehrere Kilometer hinweg miteinander zu unterhalten. Was die Kommunikation über weite Strecken betrifft, haben sie - ebenso wie einige andere Tierarten - uns Menschen also durchaus etwas voraus: Während wir in diesem Fall zum Telefon greifen müssen, führen sie Ferngespräche ganz ohne technische Hilfsmittel.

Sätze a – h

0 Beispiel (nicht zuzuordnen)
a Diese Töne sind also so tief, dass unser Ohr sie gar nicht wahrnehmen kann.
b Daneben verwenden Tiere auch Düfte, Körperhaltung und sogar elektrische Signale zum Austausch von Informationen.
c Der Großteil kommt mit einer Grundausstattung an Lautäußerungen zur Welt, die genetisch weitergegeben wird.
d Ob diese Art der tierischen Kommunikation jedoch eine wirkliche Sprache ist, darüber streiten Forscher noch.
e Doch auch andere Arten verfügen über erstaunliche Fähigkeiten.
f Mal soll ein Partner angelockt, mal das Revier verteidigt oder Artgenossen vor Feinden gewarnt werden.
g Viele Tiere kommunizieren ausschließlich über Laute und verzichten vollständig auf andere Signalformen.
h Die meisten Tierlaute sind so komplex wie die menschliche Sprache und werden weltweit gleich verwendet.

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