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C1 HOCHSCHULE — LESEVERSTEHEN TEIL 1

14. Keramik für Millionen

Lesen Sie den folgenden Text. Welche der Sätze a–h gehören in die Lücken 1–6? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Zwei Sätze können nicht zugeordnet werden. Lücke (0) ist ein Beispiel.

In verschiedenen Kulturen existiert der Mythos, dass eine Gottheit den ersten Menschen aus Lehm geformt habe. Bei den Sumerern erzählte man zum Beispiel, Enki habe aus den Errungenschaften der Technikgeschichte die Töpferei genutzt.

0 Schon vor fast 30.000 Jahren schuf ein Urkünstler die üppige „Venus von Dolní Věstonice". Zur Herstellung des Fruchtbarkeitsidols vermischte er Lehm und Knochenmehl. Die ersten Becher und Bottiche im 7. Jahrtausend – Urfarmer lebten – fanden die Archäologen wulstige Gefäße. Sie gehören zur frühesten Keramik überhaupt. Was für eine Neuerung! 1 Nun kamen plötzlich die Mesopotamier, formten den feinen kalkreichen und eisenhaltigen Mergel ihrer Heimat zu Schüsseln und aßen daraus Suppe und Getreidebrei. Erstaunlicher noch: Schon die Leute aus Jarmo erhitzten die Öfen auf 850 bis 1050 Grad. 2

Widerstandsfähig sollte die Tonware sein, aber auch schön. Die Handwerker der Hassuna-Kultur in Nordmesopotamien stellten elegante dünnwandige Behälter aus rotem Lehm her. Andere Töpfer verzierten ihre Pötte mit Fischgrätenmustern. Erste Tier- und Menschendarstellungen als Dekor kamen um 5000 auf. Etwa zur selben Zeit ersann ein genialer Keramikpionier die „Tournette". 3

Der Durchbruch zur Massenware folgte dann um 3500. Erstmals wurde ein Rad auf eine senkrechte Achse gesteckt und in Schwung versetzt: Fertig war die schnell rotierende Töpferscheibe. 4 Einer gab Anschwung und drehte die Scheibe, der andere gestaltete den frischen glitschigen Ton.

Die Erfindung der wirbelnden Werkbank kam gerade recht. Der Wunsch nach Gebrauchskeramik in den prosperierenden Stadtstaaten Sumers war riesig. 5 Sogar Erntesicheln und Siebe wurden aus Lehm gebrannt – und auch die glasierten Ziegel fürs Baugewerbe. 6 Im Schutt der Stadt Uruk fanden die Archäologen unzählige zerbrochene, grobe Schüsseln, die schnell und flüchtig hergestellt wurden, die „Glockentöpfe". An ihren Innenseiten prangen oft noch die Fingerabdrücke der Handwerker. Auffallend ist die stets gleiche Größe der Behälter: Sie fassen etwa 0,8 Liter. Die Forscher vermuten, dass die sumerischen Arbeiter in den kleinen Näpfen ihre tägliche Getreideration erhielten – und sie nach kurzem Gebrauch fortwarfen.

Sätze a – h

0 Die Idee, Skulpturen und kleine Idole aus Ton zu formen, reicht weit zurück.
a Jahrmillionen lang hatte der Mensch aus der hohlen Hand getrunken und Wasser in Tierhäuten erhitzt.
b Oft gingen die Keramikmacher zu zweit ans Werk.
c Die chinesischen Töpfermeister der Tang-Dynastie perfektionierten später die Kunst der Porzellanherstellung und exportierten ihre Ware über die Seidenstraße nach Europa.
d Der Name steht für eine Arbeitsplatte, auf der man das Werkstück hin und her wenden kann.
e Selbst das Wegwerfgeschirr gab es schon.
f Experimente ergaben, dass sie die Brennkammern über drei Stunden lang mit Palmblättern oder Strauchwerk befeuern mussten, um solche Temperaturen zu erzeugen.
g Archäologische Funde belegen, dass auch im alten Ägypten Tongefäße als Grabbeigaben eine wichtige Rolle bei den Bestattungsritualen spielten.
h Ob Bier, Getreide, saure Gurken oder kandierte Früchte: Alles kam in Tonbehälter.

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