Im Zeitalter von Internet, E-Mails und Smartphones verschicken und empfangen wir Botschaften und Dokumente in Sekundenschnelle. 0 Das war nicht immer so einfach. Damit Nachrichten überhaupt verlässlich übermittelt werden konnten, mussten zuerst die Schrift und ein tragbarer Schriftträger erfunden werden. Erste Ansätze zu einem geordneten Nachrichtenwesen, das in erster Linie staatspolitischen und militärischen Zwecken diente, gab es dann in den vorantiken Hochkulturen und in der Antike.
So nutzten etwa die alten Ägypter zuerst den Nil, um schriftliche Nachrichten durch Schiffsreisende zu übermitteln. Zusätzlich sandten die ägyptischen Könige Boten, die zunächst zu Fuß unterwegs waren, in die entlegenen Provinzen. 1 Aus der Zeit um 255 v. Chr. ist das Kontrollbuch eines Briefboten erhalten, in dem jede Auslieferung vom Empfänger bestätigt wurde. Auch aus Persien weiß man von einem System der Nachrichtenübermittlung durch berittene Boten, mit Zwischenstationen auf den wichtigsten Verkehrsrouten.
Die Römer entwickelten eine eigene Staatspost, die direkt dem Kaiser unterstand und nicht für private Sendungen zuständig war. In diesem staatlichen System wurden die Sendungen so weit wie möglich auf dem Schiffsweg befördert. Für die Weiterbeförderung an Land wurden dann Reiter eingesetzt. Für private Sendungen mussten andere Wege gefunden werden, zum Beispiel reisende Freunde für Nachrichten, die über längere Distanzen übermittelt werden sollten. 2
Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches funktionierte die Nachrichtenübermittlung in Europa nur mehr eingeschränkt, vor allem über missionierende Mönche und das Botennetz der Karolinger. Im Hochmittelalter unterhielten die Klöster eigene Botendienste, und auch die deutsch-römischen, französischen und englischen Herrscher setzten eigene Fußboten ein. Die moderne Geschichte des Postwesens beginnt in der Frühen Neuzeit mit der Einführung des Stafettensystems mit Reiter- und Pferdewechsel. 3
Er wurde im Jahr 1490 von Janetto von Taxis zwischen dem Hof Maximilians I. in Innsbruck und jenem seines minderjährigen Sohnes Philipp in den Burgundischen Niederlanden eingerichtet. Diese Postkurse wurden in der Folge je nach Bedarf bis Rom, Neapel, Verona und zu anderen Städten ausgedehnt. Zu Beginn war die Post für den privaten Briefverkehr gesperrt. Es durften nur Briefe und Kleingüter aus dem dynastischen Bereich befördert werden. Nach 1520 nahm dann die Beförderung der Privatpost auf dem Niederländischen Postkurs unaufhaltsam zu. 4
Neben Briefen und ähnlichen Sendungen beförderte die Post nun auch Personen, die mit Begleitung von Poststation zu Poststation reisten und dabei die Reitpferde wechselten. Der zunehmende Postverkehr führte schon früh zu Versuchen administrativer Verbesserungen und Vereinfachungen. 5 Außerdem ging es um eine größere Sicherheit für die der Post anvertrauten Briefe und Güter und um die Einstellung zuverlässiger Boten, die ausreichenden Lohn erhalten sollten.
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges schließlich begann der Einsatz von Postkutschen, zunächst im Personenverkehr. 6 Die noch heute bestehenden Bezeichnungen wie „Gasthof zur Post" erinnern daran. Um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte durch regelmäßige Postverbindungen miteinander verbunden.